Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte?

Eine Näherin in El Salvador verdient im Monat rund 174 Dollar. Von diesen 174 Dollar, dem staatlich festgesetzten Mindestlohn, werden 3% für die Krankenversicherung und 6,2% für die Rente abgezogen.
Die Miete für ein Haus kostet 64 Dollar monatlich. Hinzu kommen zwölf Dollar für Strom, 36 für das Schulessen der Kinder und etwa 60 Dollar für die öffentlichen Busse. Damit ist der Lohn fast aufgebraucht – aber die Erwachsenen selbst haben noch nichts gegessen.
Wie also weiter? Nach der Fabrikarbeit gehen die Frauen als Kellnerinnen arbeiten und verkaufen am Wochenende Altkleider. Jede von ihnen schuftet quasi den ganzen Tag. Obwohl Überstunden nicht bezahlt werden, es aber Tagessolls gibt müssen die Frauen früher zur Arbeit kommen und länger arbeiten. Wer das nicht macht wird gekündigt, Ersatz wartet vor den Toren der Fabrik. Ohne Pausen, ohne Kündigungsschutz, mit Überstunden und leeren Magen geht auch der 18-Stunden-Arbeitstag einer Näherin zu Ende.

Na, schon in Weihnachtsstimmung?

Unsere Lösung? FAIR TRADE!
Doch was bedeutet das? Was wird damit bewirkt?
• Durch die faire Bezahlung werden die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Bauernfamilien und ArbeiterInnen in den so genannten Entwicklungsländern verbessert. Darüber hinaus gibt es eine Sozialprämie, die z.B. für den Bau von Schulen oder Krankenhäusern verwendet wird.
• Verbot von ausbeuterischer Kinderarbeit und Zwangsarbeit
• Weniger Verbrauch durch hohe Qualität und somit mehr Nachhaltigkeit
• Umweltschutz durch nachhaltige Anbaumethoden
• Verbot von Pestiziden, Schutz der natürlichen Gewässer und des Regenwaldes
• Die Stärkung kleinbäuerlicher Strukturen ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz
• Verbot von gentechnisch verändertem Saatgut. Dafür gezielte Förderung von biologischem Anbau durch Bezahlung von Bio-Aufschlägen
• Fairer Handel ist Hilfe zur Selbsthilfe und keine Spende
• Fairer Handel ist eine einfache aber wirkungsvolle Methode der Armutsbekämpfung in den Entwicklungsländern

Forderungen:
• Qualität statt Quantität!
• Regelungen für die Wirtschaft zu ökologischer und sozialverträglicher Produktion
• Einheitliches Fair-Trade Siegel
• Subventionen für Fair Trade
• Stetiges Überdenken des eigenen Konsumverhaltens
• Demokratiekonforme Märkte
• Förderung regionaler Produktion
• Verwendung recyclebarer Materialien

Text: Lorenz Schramm, Carmen Rudek & Freunde ( V.i.s.d.P.)
Layout:Lorenz Schramm & Freunde

Autor*in: Eva Lettenbauer