eine kleine auffrischung der alten diskussion?
gendergerechte sprache im studiVZ, die es nie geben wird…
„habt ihr keine andere probleme?“
wir haben viele. vom weltfrieden über die klimaerwärmung. und dass kapitalismus tötet. ach ja und die persönlichen. das staatsexamen zum beispiel.
ABER wir wären nicht die grüne jugend, würden wir nicht da etwas bewegen, wo wir es können – und wenn es nur in den köpfen der studentinnen ist – wir versuchen es zumindest.
Du musst raus in die welt, Du musst die welt retten. jeden tag verstehst du!

wie sooft surfe ich im studiVZ – sehe einen post zur „gendergerechten Sprache“ bei der gruppe „gegner von studiengebühren“

und bin begeistert: gleich 10 Antworten. anscheinend stören sich noch andere studierenden an dem sprachgebrauch, denke ich mir.
als ich es jedoch anklicke, muss ich leider feststellen, dass der erste post von mir selbst kam. aber viele reagierten und einige auch mit vertretbaren ansichten!
ein kleiner einblick in die köpfe der studierenden…

Lina Heinevetter schrieb
am 23.06.2008 um 23:35 Uhr
könnte man diese gruppe nicht vielleicht in GegnerInnen von Studiengebühren umbenennen?

Benjamin Beckmann schrieb
am 25.06.2008 um 01:19 Uhr
Das wäre grammatikalisch einfach falsch. Fühlst du dich als Frau hier wirklich unterrepräsentiert?
Emanzipation der Frau bedeutet jedenfalls nicht, dass man jeden Satz mit irgendwelchen Schrägstrichen und/oder Bindestrichen verschandelt, nur weil einige Frauen das generische Maskulinum nicht akzeptieren können.
Unter „Gegner“ versteht niemand, wirklich NIEMAND ausschließlich männliche Gegner. Eine Umbenennung in „GegnerInnen ..“ würde verwirren.
[Nachricht]

HUML ★★★ schrieb
am 25.06.2008 um 14:46 Uhr
ich unterstütze lina da voll und ganz. und ist gegnerInnen wirklich grammatikalisch falsch? und wenn schon?. es wäre einfach ein zeichen und eine gewisse vorbildfunktion. das generische maskulinum ist doch auch ein relikt aus vergangenen tagen. und da sprache immer im wandel ist, finde ich das argument der grammatischen falschheit einfach falsch 🙂
zuletzt geändert am 25.06.2008 um 14:46 Uhr

Diana B.-S. schrieb
am 26.06.2008 um 02:23 Uhr
sonst habt ihr hier keine anderen probleme oder?

Dennis Kautz schrieb
am 26.06.2008 um 12:15 Uhr
Wennschon, dann bitte GegnerInnen von StudiengebührInnen…

Tanja … schrieb
am 26.06.2008 um 12:29 Uhr
Wie lange existiert diese Gruppe und wie lange bist Du Mitglied? – Wenn es jetzt erst aufstösst, dass es keine „Genergerechte Sprache“ ist, kann es ja nicht so schlimm sein.
Ansonsten kann man ja vielleicht irgendwo den Hinweis anbringen, dass der Gebrauch der maskulinen Form ausschließlich der Vereinfachung dient. Frauen und Weiblichkeit also nicht ausgeschlossen werden.
Die Diskussion, was Emanzipation bedeutet, fange ich erst gar nicht an. Aber ob es nun wirklich der Durchbruch im Kampf für die Emanzipation ist, wenn man auf einer Plattform für StudentInnen, in einer Gruppe mit anderem Fokus, das Innen durchsetzt, ist (für mich) mehr als fraglich!

Frank Kaan Heydel schrieb
am 26.06.2008 um 15:57 Uhr
Es geht um Gendergerechte Sprache. Grammatikalisch falsch, weil die Grammatik von Männern gemacht wurde. Sowas sollte man/frau schon ernst nehmen und nicht lapidar abtun, wenn es angesprochen wird.

Benjamin Beckmann schrieb
am 29.06.2008 um 14:45 Uhr
„Gendergerechte“ Sprache kann man vielleicht dort anwenden, wo es Alternativen gibt (z.B. Studierende statt Studenten), aber irgendwelche Innen-Anhängsel stören erstens den Lesefluss und sehen zweitens höchst albern und erzwungen aus.

Jojo G. schrieb
am 30.06.2008 um 14:17 Uhr
Dann schreib doch einfach …gegnerinnen, stört den Lesefluss nicht, und wenn bei der Männlichen Form die Frauen automatisch mitgemeint sind, haben wir Männer ja bestimmt auch kein Problem damit, wenn wir mal genau so nur implizit auftauchen…
Vielleicht erleichtert dieser Wechsel der Perspektive das Verständnis dafür, dass es vielen Frauen schwer fällt, sich bei einer Schreibweise ohne irgendeine weibliche Form, mit eingeschlossen zu fühlen…

Philipp Brauer schrieb
am 30.06.2008 um 15:35 Uhr
Teile die Meinung von Benj. Beckm..
Das Anfügen von „Innen“ stört beim lesen.

Mit Gleichberechtigung hat das nichts zu tun, dass man die Sprache künstlich verändert. Da muß man schon an die Substanz gehen und zum Beispiel gegen „20% weniger Gehalt für gleiche Arbeit“ vorgehen.

Persönlich lese ich Dokumente, wo ein „Innen“ auftaucht eigentlich nicht.

Dass Frauen bis heute nicht überall gleichberechtigt sind, lässt sich nicht dadurch lösen, das man nun versucht „die Männer“ durch Verunstaltung der Sprache auszugrenzen.
zuletzt geändert am 30.06.2008 um 20:55 Uhr

Frank Kaan Heydel schrieb
am 01.07.2008 um 15:54 Uhr
Es lässt sich nicht lösen, jedoch ist neutrale Schreibweise ein Schritt dahin. Wenn es jedoch niemand versucht, tut sich auch nichts. Das ist genauso, wie wenn Änderungen in der Gesellschaft gefordert werden und das dann irgendwann in 100 Jahren kommen soll. Ohne aktiv etwas zu tun, ändert sich gar nichts. Es lässt sich wohl nicht bestreiten, dass einige Frauen Probleme mit der jetzigen Schreibweise haben, es sollte also an Alternativen gearbeitet werden. Sich darüber aufzuregen und als unnötig abzutun wird die Situation nicht verändern.